Hundeführer

Anforderungen an zukünftige Rettungshundeführer

Alter: Voraussetzung für die Teilnahme an den Rettungshunde-Prüfungen ist die Vollendung des 18. Lebensjahrs. Unter Berücksichtigung der typischen Ausbildungsdauer eines Rettungs-hundeteams nehmen wir deshalb aktive Mitglieder in der Regel ab dem vollendeten 16. Lebensjahr auf.

Einzugsgebiet: Um vertretbare Alarmierungszeiten unserer Einsatzkräfte sicherzustellen, suchen wir aktive Mitglieder vor allem im Norden Hamburgs. Es sollte eine Anfahrt zum Sammelpunkt am Tibarg in Niendorf innerhalb von 60 Minuten möglich sein.

Teamgeist: Rettungshundearbeit ist Teamarbeit. Das gilt für den Einsatz genauso wie für das Training. Im Einsatz muss sich der Einsatzleiter und jeder Rettungshundeführer auf seine Staffelkameraden verlassen können. Die erfolgreiche Ortung und Bergung einer hilfsbedürftigen Person ist der Erfolg der ganzen Rettungshundestaffel, nicht der Erfolg eines einzelnen Hundeführers oder Hundes. Jedes andere Rettungshundeteam hätte die gleiche Leistung erbracht. Jede Rettungshundestaffel ist damit im Einsatz nur so stark, wie ihr schwächstes Rettungshundeteam. Ziel ist deshalb eine gleichmäßig hohe Ausbildungsqualität aller Rettungshundeteams, nicht die Förderung einzelner „Spitzenstars“. Die Ausbildung eines Rettungshundes kann nur gelingen, wenn jeder Rettungshundeführer für seine Staffelkameraden als engagierter Helfer zur Verfügung steht, der das Auffinden einer Versteckperson zum Höhepunkt des Hundelebens macht. Wer nur Spaß bei der Arbeit mit seinem eigenen Hund und keine Freude bei der Arbeit mit den Hunden seiner Staffelkameraden hat, der kommt bei der Rettungshundearbeit nicht auf seine Kosten. (Der eigene Hund wird an einem Sonntag nur ca. 45 Minuten gearbeitet, ist danach aber glücklich und zufrieden)

Körperliche und psychische Belastbarkeit: Rettungshundearbeit ist kein Leistungssport, aber ein mehrstündiger Fußmarsch durch unwegsames Gelände, bei sengender Hitze, klirrender Kälte oder im strömenden Regen sollte kein Problem sein. Für Ausbildung und Einsatz gilt gleichermaßen: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Ausrüstung“. Rettungshundeführer brauchen keine Nerven wie Drahtseile, aber ein nächtlicher Fußmarsch durch dichte Wälder oder das hektische Geschehen am Einsatzort sollten ihn nicht in Angst und Schrecken versetzen. Der Rettungshundeführer trägt die Verantwortung für die korrekte Ausführung seines Suchauftrages. Diese Verantwortung kann sehr belastend sein, wenn eine Suche ohne Ergebnis abgebrochen werden muss, was nicht selten der Fall ist. Physische und psychische Gesundheit sind deshalb Voraussetzung.

Hilfsbereitschaft: Selbstverständlich lieben Rettungshundeführer Hunde und arbeiten gern mit ihnen. Aber Rettungshundearbeit ist kein Hundesport. Es geht nicht um Pokale und Punkte, sondern um die Rettung von Menschenleben und das Rettungshundeteam ist hier ausschließlich Mittel zum Zweck. Selbstverständlich hat in jeder Einsatzsituation der Eigenschutz des Rettungshundeteams Vorrang vor der Hilfeleistung für andere, aber es gibt Einsatzlagen, in denen unsere Retter auf vier Pfoten Leben und Gesundheit riskieren.

Geduld: Der Ablauf der Rettungshundeausbildung vom Schnuppertraining bis zum voll einsatzfähigen Rettungshundeteam für Trümmer- oder Flächensuche dauert etwa 2 Jahre. Über lange Strecken auf dem gemeinsamen Weg eines Rettungshundeteams gilt: „Der Weg ist das Ziel“. Wie immer bei der Arbeit mit einem Lebewesen führt dieser Weg über Höhe und Tiefen und auf manchem Umweg zum Ziel. Wer den schnellen geradlinigen Erfolg sucht, wird ihn bei der Rettungshundearbeit kaum finden.

Zeitaufwand: Die Ausbildung eines Rettungshundeteams umfasst ein abwechslungsreiches und interessantes Programm, das im Einsatz sicher beherrscht werden muss. Der Zeitaufwand für dieses Programm ist deshalb nicht unerheblich. Drei Sonntage im Monat Sucharbeit, ein Abend unter der Woche Gehorsam, Gewandtheit und Sucharbeit, diverse Tage im Jahr Fachkunde und Übungen mit anderen Organisationen – das passt nicht in jeden Terminkalender. Wenn aber die Ausbildungsveranstaltungen nicht regelmäßig wahrgenommen werden, bleibt der Fortschritt bald aus und ein erfolgreicher Abschluss der Ausbildung ist nicht zu erwarten.

 

 MG 0095 - Kopie

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