Mantrailing

Arbeitsweise: Mantrailer oder Personenspürhunde verfolgen die Individualspur eines Menschen. Hierbei ist es unerheblich, ob die Spur der gesuchten Person durch Wald, Feld und Wiese, durch Wohngebiete oder in die Stadt führt. Im Gegensatz zur Fährtensuche – bei der die Bodenverletzungen von Bedeutung sind - ist der Personenspürhund in der Lage auch auf Asphalt und anderen Untergründen die Spur auszuarbeiten. Selbst stark frequentierte Gebiete mit entsprechenden Ablenkungen (Marktplätze, Einkaufszentren, Bahnhöfe etc.) sind für einen gut ausgebildeten Personenspürhund machbar.

Geruchsartikel: Um einen Mantrailer einsetzen zu können, ist die Wahl des Geruchsartikels entscheidend. Im Einsatz kann hiervon Erfolg oder Misserfolg der Suche abhängen. Der Geruchsartikel dient als Träger des gesuchten Geruches und gibt dem Hund möglichst viele Informationen zur vermissten Person (Individualgeruch). Im Prinzip kann alles genutzt werden, was die Person berührt hat, da der Geruch wie ein genetischer Fingerabdruck am Gegenstand haftet. Wichtig ist, dass der Geruchsartikel nach Möglichkeit nicht mit Gerüchen anderer Personen kontaminiert ist. Neben dem Geruchsartikel ist der Abgangspunkt (Ort an dem die Person zuletzt gesehen wurde) entscheidend. Lässt sich kein Hinweis finden, sind auch die Grenzen eines Mantrailers erreicht.

Ausbildung: Die Ausbildung eines Personenspürhundes dauert ca. 2-3 Jahre und ist sehr umfangreich. Neben verschiedenen Untergründen und Umgebungen, Kreuzungen, Plätzen und Verleitungen bzw. Kontamination durch Tiere und andere Menschen, sind auch Länge und Alter der Spur Ausbildungsinhalte. Unterschiedliche Witterungsbedingungen gilt es zusätzlich zu berücksichtigen. Nach Eignungstest, Sanitätshelferausbildung, Vorprüfung und erfolgreicher Mantrailer-Prüfung ist das Mensch-Hund-Team einsatzbereit. Alle 18 Monate wird die Diensttauglichkeit überprüft.

20140309- MG 2388-2